Der Kulturpalast in Dresden

27. November 2017

Eine Bereicherung für Dresden und das nicht nur zur Striezelmarkt-Zeit:

Der Dresdner Kulturpalast im alt-neuen Design.

Seit April diesen Jahres erfreut uns der renovierte Kulturpalast in beeindruckender Architektur und schönem Design: der neue Konzertsaal der Dresdner Philharmonie. „Akustik der Weltklasse“ und „phänomenale Optik“ – so lobte im Frühjahr die lokale Presse das Bauwerk.

Nach Berliner und Leipziger Vorbild (Philharmonie und Gewandhaus) sind die Zuschauerränge terrassenförmig wie in einem Weinberg angelegt. Die korallenroten Sitze und das Roteichenfurnier tauchen den Saal in einen wunderbar warmen Farbton.

1750 Plätze gibt der Saal her, er ist damit übrigens etwas kleiner als sein Vorgänger aus dem Jahre 1969. Bühnenbereich und Funktionsräume verfügen über neueste Technik, auch eine zeitgemäße Orgel wurde eingebaut.

Mit dem Einzug der Zentralbibliothek und dem bekannten Dresdner Kabarett „Die Herkuleskeule“ mit eigener kleiner Bühne wird der Kulturpalast seinem Namen noch mehr gerecht. Es ist ein Haus der Kultur für alle Altersklassen und sozialen Schichten.

Doch nicht nur Saal, Bibliothek und Foyers sind eine Augenweide. Auch von außen hat sich der Kulturpalast herausgeputzt. Die orangenen kupferbedampften Thermoscheiben wurden mit neuem Glas ausgetauscht, die Fassaden farblich erneuert und der Vorplatz mit beleuchteten Springbrunnenanlagen versehen. Selbst die Fahnenstangen von früher fehlen nicht am Kulturpalast.

Und wenn er mit seinen 1600 LED-Lampen im winterlichen Dunkel erstrahlt, dann werden die Weihnachtsmarktbesucher dieses Jahr über ihren „Kulti“ noch ein bisschen mehr staunen.

(Claudia Innerhofer)


 


20. November 2015

Geschichte und Transformation des Kulturpalastes Dresden

Sozialistischer Prachtbau

Als 1962 der Bau des Dresdner „Palastes“ für Kultur begann, sollte das den Anfang vom Ende bedeuten von dem historischen überlieferten Stadtzentrum Dresdens. Dieses einzigartige Gebäude der Baugeschichte der DDR, im Volksmund liebevoll „Kulti“ genannt, sollte der Mittelpunkt des neuen „sozialistischen Stadtzentrums“ werden. Der Glas-Beton-Kasten mit asymmetrischem Kupferdach war ein rigoroser Bruch zum historischen Stadtgrundriss. An der Fassade zur Schlossstraße wurde ein Wandbild angebracht namens „Weg der roten Fahne“, hergestellt vom Kollektiv Gerhard Bondzin, ein typischen Werk des sozialistischen Realismus. Die Eingänge erhielten fünf Bronzetüren von Gerd Jaeger, die Motive aus der Dresdner Geschichte von Fischerdorf zur Großstadt darstellen.

Ein wichtiger Grundsatz des sozialistischen Städtebaus lautete: zentrales, stadtbildprägendes Hochhaus und breite Magistralen. Eine dieser Magistralen ist die heutige Wilsdruffer Straße, die als Aufmarsch- und Demonstrationstraße konzipiert wurde. Ursprünglich war auch der Kulturpalast als Hochhaus im Stil der sieben Moskauer Hochhäuser geplant.

Multifunktionaler Festsaal

Eine Besonderheit des Kulturpalastes war das sogenannte „Kippparkett“. Damit konnte der Festsaal mit bis zu 2435 Plätzen in einen komplett mit festen Sitzreihen und Überhöhung bestuhlten Zuschauerraum oder in einen Bankettsaal mit ebenem Boden im Bereich des Parketts vor der Bühne verwandelt werden. Auch die Raumakustik konnte optimiert werden und so an die Nutzung als Konzertsaal oder für elektronisch verstärkte Musik- oder Sprachveranstaltungen angepasst werden. Neben dem großen Saal hatte der Kulturpalast ein Studiotheater mit 192 Sitzplätzen, Seminar-, Proben- und Einspielräume, Foyerebenen, Bürotrakte sowie ein Restaurant mit Tagungsmöglichkeit.

Diskussion über Nutzung nach Wiedervereinigung Deutschlands

Die Zukunft des Kulturpalastes nach der Wende beschäftigte jahrelange Diskussionen. Es gab Stimmen, die das historische Gebäude abreißen wollten. Doch man hat erkannt, dass man nicht dieselben Fehler wie unsere Vorfahren machen sollte: alles vernichten, wenn eine neue Zeit angebrochen ist. Und so wurde der Kulturpalast 2012 geschlossen und unterzieht sich nun einer kompletten Transformation.

Stadtgeschichte mit neuem Gesicht

Nach dem mehrjährigen Umbau soll nur noch der Rohbau des Gebäudes erhalten sein. In dem ausgehöhlten sechseckigem Innenraum wird ein komplett neuer Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie eingebaut. Der zukünftige Saal in Weinbergform soll eine ausgezeichnete Akustik bekommen. Darüber hinaus ist anstelle des ehemaligen Restaurants und der alten Klubräume die neue Hauptbibliothek vorgesehen. Als dritte Institution soll nach dem Umbau das Kabarett Herkuleskeule in den Keller einziehen. 2017 sollen die Umbauten beendet sein und der Kulturpalast in neuem Glanz erstrahlen.

(Katharina Michael)


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