November, 2011

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Das neue Militärhistorische Museum Dresden – Nachdenken über Krieg und Frieden

Wednesday, November 2nd, 2011

Dresden-militarhistorisches-museum in [lang_de]Das neue Militärhistorische Museum Dresden – Nachdenken über Krieg und Frieden[/lang_de] [lang_en] The new Military History Museum Dresden – Thinking about war and peace[/lang_en]

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Der auf Gedenkarchitektur spezialisierte jüdisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind (u.a. Jüdisches Museum in Berlin) hat in einem Auftrag vom Verteidigungsministerium das alte Arsenalgebäude zu einem Museum für Deutsche Bundeswehrgeschichte umgebaut.

Eine neue eindrucksvolle und weithin sichtbare Gestaltungsintervention ist nun seit der Eröffnung am 14. Oktober 2011 der seitlich herausragende Beton-Stahlkeil. Dieser erstreckt sich über alle Geschosse und greift ein Stück der historischen Innensubstanz an. Der eindrucksvolle Stahlkeil, der das repräsentative Wehrgebäude von 1875 mit neuen Sichten öffnet, verdeutlicht auf starke emotionale Weise, was mit dieser Stadt und mit unserem Land geschah (Deutsche Teilung) bzw. regt zum Nachdenken an, wie vom nationalsozialistischen Deutschland die Katastrophe ausging. Erklimmt man die zur Erhöhung inszenierte gründerzeitliche Treppe zum Museum, wird man mit einem sichtbaren Bruch konfrontiert.
Der Keil gibt den Weg frei auf das historische Zentrum Dresdens. Er erhebt sich über die Dachlandschaft des Altbaus als von außen sichtbares Zeichen der Erneuerung und von innen erlebbare Öffnung zur Stadt.

Libeskinds gläsernes V soll Sinnbild sein für den Mut zum Aufbruch, den die Dresdner nach dem Zweiten Weltkrieg hatten. In Form eines V wurde auch der Bombenangriff am 13. Februar 1945 auf Dresden geflogen. Die erste Markierungsbombe zerstörte das Stadion im Ostragehege, auf welches die Keilspitze mit einem Winkel von 40,1° zeigt.

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr bietet unterschiedliche Perspektiven auf deutsche Militärgeschichte. Das Leitmotiv, das alle Ausstellungsbereiche und auch die bauliche Konzeption durchdringt, ist die Frage nach den Ursachen und dem Wesen von Gewalt. Hier
wird der Mensch thematisiert mit all seinen Ängsten, Hoffnungen, Leidenschaften, Erinnerungen, Trieben, mit seinem Mut, seiner Vernunft und Aggressionsbereitschaft. Krieg ist nur verständlich, wenn seine Darstellung die Natur des Menschen zur Grundlage nimmt.

In der riesigen Ausstellung stehen auf 13.000 Quadratmetern nicht die Technik und der Krieg im Mittelpunkt, sondern der Mensch als Täter
und Opfer. Insgesamt zeigt das Museum rund 10.500 Exponate.

Geöffnet hat es Donnerstag bis Dienstag von 10 bis 18 Uhr und montags von 10 bis 21 Uhr, Mittwoch geschlossen. KM