Bergbaugeschichte im Miniaturformat in Freiberg

Mittelbild des Annaberger Bergaltars, Hermann Hesse, 1522

Mittelbild des Annaberger Bergaltars, Hermann Hesse, 1522

Im Schaudepot der TU Bergakademie Freiberg werden seit dem 20. August 2015 mehr als 100 Modelle von Maschinen und Anlagen des Berg- und Hüttenwesens ausgestellt. In den letzten 2 Jahren wurde die Sammlung im Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ überarbeitet. Dabei wurden nicht nur viele Modelle restauriert, sondern es sind auch komplett neue Modelle ausgestellt.

Die Ausstellungsstücke präsentieren rund 200 Jahre Bergbaugeschichte in Freiberg und Sachsen. Zu den ältesten Exponaten zählt eine Wassersäulenmaschine aus dem Jahr 1773, mit der damals Wasser-Pumpen angetrieben wurden. Zu sehen ist unter anderem auch ein Modell der Feuerlöschstation aus dem Amalgamierwerk in Halsbrücke.

Freiberg wurde während des ersten „Berggeschreys“ im 12. Jahrhundert gegründet, als immense Silbererzvorkommen in dieser Gegend entdeckt wurden. Am 13. November 1765 wurde mit der Gründung der Bergakademie Freiberg durch Administrator Xaver und den noch unmündigen Kurfürst Friedrich August III. die erste montanwissenschaftliche Lehranstalt der Welt ins Leben gerufen. Vorrangiges Ziel war die systematische Ausbildung kursächsischer Bergleute im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, eine Aufgabe, die die traditionelle Universität nicht erfüllen konnte.

Schnell breitete sich der Ruf der Bergakademie über Sachsens Grenzen hinaus aus.

Die Silbererzvorkommen und der daraus resultierenden Bergbau waren der Grund, dass die Wettiner seit dem Ende des 15. bis zum 18. Jahrhundert zu den einflussreichsten deutschen Fürstenhäusern gehörten. So gehörte Sachsen zu den tragenden Säulen des deutschen Münzwesens, was man besonders gut in der neuen Dauerausstellung des Münzkabinetts im Dresdner Residenzschloss verfolgen kann.