Die Elbe – Lebensader und Kraftlinie Sachsens

Die Elbe ist stark mit der sächsischen Identität verbunden. Mit 1.091 Kilometern Länge ist sie der drittlängste Fluss Europas. Sie ist der größte Fluss Sachsens und seit Jahrhunderten hat die Elbe eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.

Nur die Elbe kann von den anderen Flüssen Sachsens mit Schiffen befahren werden. Bevor es ausgebaute Straßen und Eisenbahnlinien gab, war der Elbstrom der wichtigste Verkehrsweg und damit die „Lebensader“ des Landes. Der Strom verschaffte unterschiedlichen Berufen eine Erwerbsgrundlage: Schiffer, Fischer und Bomätscher (Schiffszieher), Steinbrecher und Weinbauern. Während die alten Gewerbszweige zumeist ausgestorben sind, ist die Weinwirtschaft noch immer ein Markenzeichen des sächsischen Elblands. An den Schiffsverkehr, der über Jahrhunderte das Leben an der Elbe bestimmte, erinnern heute die Schaufelraddampfer der „Sächsischen Dampfschifffahrt“. Die älteste und größte Raddampferflotte der Welt verkehrt zwischen der böhmischen Grenze und Seußlitz bei Meißen.

Eng verbunden mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Stroms ist die politische. An der Elbe liegen alle großen Residenzen der Wettiner – Dresden, Meißen, Torgau und Wittenberg. Die Elbe war nie ein Grenzfluss, dennoch hatte sie eine militärische Bedeutung. Der breite Strom ist eine natürliche Barriere. Wer Sachsen besetzen wollte, musste die Elbe überqueren. Deshalb liegen die großen sächsischen Festungen – Königstein, Sonnenstein, Torgau – an der Elbe.

Untrennbar gehört die Elbe zum einmaligen Landschaftsbild des romantischen Sachsens. Darunter zählen nicht nur die Weinberge entlang des Flusses, sondern vor allen Dingen das Elbsandsteingebirge, die „Sächsische Schweiz“. Nicht nur für Dresdner gehört ein Ausflug dorthin zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten.

Der Wasserstand der Elbe kann jahreszeitlich erheblich schwanken. Starke Regenfälle im oberen Einzugsgebiet der Elbe sowie die Schneeschmelze im Riesengebirge führen regelmäßig zu Hochwasserwellen. Neben Hochwasser kann man immer wieder, vor allen in den Sommermonaten, sehr niedrige Wasserstände beobachten. Bei Niedrigwasser muss die Schifffahrt eingestellt werden.

Zu Beginn der 1990er-Jahre gehörte die Elbe noch zu den schmutzigsten Flüssen Europas. Die Umweltverschmutzung war ein Ergebnis der Industralisierung des 19.Jahrhunderts, vor allem aber des nachlässigen Umgangs mit Schadstoffen in den oftmals veralteten Fabrikanlagen der DDR und der Tschechoslowakei. Die Wasserqualität verschlechterte sich so stark, dass zahlreiche Fischarten aus der Elbe verschwanden und die letzten Elbbadeanstalten in den 1950er-Jahren ihren Betrieb einstellten. Die Elbe ist heute deutlich sauberer geworden. Durch die Stilllegung der Industrieanlagen und Umweltschutzmaßnahmen sank die Schadstoffbelastung um 90 Prozent. Heute ist die Elbe Lebensraum für mehr als vierzig Fischarten. Selbst der Lachs ist wieder heimisch geworden.