Saxon Silicon Valley

Globalfoundries Dresden, © Fensterblick, Wiki Commons

Globalfoundries Dresden, © Fensterblick, Wiki Commons

Die Entwicklung der EDV-Technik zu DDR-Zeiten in Sachsen ist der Grundstein für das heutige Silicon Saxony.

Der erste Großrechner (Robotron 300) wurde im damaligen Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, entwickelt und gebaut. So wurde in der DDR das Zeitalter der PC-Technik eingeläutet. In Dresden wurde in den 1980er Jahren der erste Chip entwickelt mit 1 MB Speicherkapazität.

In den Boulevardmedien und im Volksmund etablierte sich der Begriff Silicon Saxony für den Branchenverband als auch die Region Sachsen selbst in Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley, der bekannteste Halbleiter- und Computerstandort der Welt.

Im Jahr 2000 gründeten sich der gleichnamige Verein, der sich als Netzwerk bzw. Branchenverband der sächsischen Mikroelektronik-, Halbleiter- und Photovoltaikindustrie, die insbesondere im Raum Dresden/Freiberg/Chemnitz angesiedelt ist, versteht. Mitglieder des Vereins sind nicht nur Unternehmen, sondern auch Forschungsinstitute, Universitäten und Hochschulen. Insgesamt hat der Verein 300 Mitgliedsfirmen, in denen etwa 40.000 Menschen beschäftigt sind. Dazu gehören zum Beispiel

Applied Materials – Dresden

Advanced Mask Technology Center (AMTC)
Atmel – Dresden

GLOBALFOUNDRIES – Dresden (vormals: AMD Saxony LLC. & Co. KG)

Infineon – Werk Dresden

Technische Universität Dresden, bzw. einzelne An-Institute

Technische Universität Bergakademie Freiberg, bzw. einzelne Institute

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

Fraunhofer-Institut

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)

Dieser Industriezweig stellt einen der größten Arbeitgeber Dresdens dar und damit auch einen großen Wirtschaftsmotor für die Region Sachsen. Dresden ist eine der deutschen Hauptstädte für Software und IT. Der Halbleiterindustrie wird in der aktuellen Dekade bis 2019 ein deutliches Wachstum prognostiziert, vor allem die wachsende Chip-Nachfrage für mobile, vernetzte Elektronik wird für Impulse sorgen.

 


15. Juli 2015

Hier beginnt die Zukunft oder wie Dresden zum Zentrum der Halbleiter-(R)evolution wird

Der Chiphersteller Globalfoundries hat Investitionen im Umfang von 225 Millionen Euro am Standort Dresden angekündigt. Bis 2017 soll hier eine vollkommen neue Halbleitertechnologie entwickelt und in die Serienproduktion überführt werden.

Bei dieser neuen „22FDX“-Technologie-Plattform handelt es sich um Fertigungsverfahren für Chips mit 22 Nanometer-Strukturen – das ist ein 22 millionstel Millimeter. Die kleinen Chips sollen trotz höherer Leistungsstärke wesentliche weniger Strom verbrauchen und weniger Wärme entwickeln als ihre „großen“ Vorgänger. Damit können sie auch in wesentlich kleinere Gehäuse eingepasst werden.

Die Bundesregierung will bis Ende des Jahres ein 400 Millionen Euro umfassendes Förderprogramm für die Chip-Industrie auflegen. Das kündigte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei einem gemeinsamen Besuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Dresden an. Von dem Programm mit einer Laufzeit bis 2020 soll auch Sachsen profitieren. Der Freistaat verfüge mit Dresden und Freiberg über zwei bedeutende Standorte der Mikroelektronik in Europa.

Jeder zweite Chip aus Europa kommt heute aus Sachsen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Mit dem Förderprogramm sollen gute Rahmenbedingungen für Investitionen geschaffen werden, damit die deutsche Mikroelektronik-Branche konkurrenzfähig bleibt.